Massenhafte Verlegungen von politischen Gefangenen in weit entfernte Gefängnisse

Insgesamt 50 politische Gefangene wurden von der geschlossenen Haftanstalt Mêrdîn (Mardin) in das F-Typ-Gefängnis von Tekirdağ angeblich wegen „Platzmangels“ verlegt. Damit wurden in den letzten zwei Tagen über 138 politische Gefangene in andere Gefängnisse verlegt.
Die Verlegung der Gefangenen in meist über tausende Kilometer entfernte Gefängnisse erfolgt auf Ordnung des türkischen Justizministeriums und dauert weiter an. So beträgt beispielsweise die Entfernung zwischen dem Gefängnis von Mêrdîn und der am Marmarameer gelegenen Hafenstadt Tekirdağ über 1625 Kilometer.

Über 500 Verlegungen in den letzten Monaten
Wie bekannt wurde, sind in den letzten Monaten aus Amed (Diyarbakır) 275 politische Gefangene, aus Mûş 70, 16 aus Êlih (Batman) und aus Mêrdîn 50 nach Tekirdağ verlegt. Am 11. November wurden zudem aus dem E-Typ-Gefängnis in Sêrt (Siirt) 72 PKK-Gefangene nach Bandirma, ebenfalls am Marmarameer gelegen, verlegt.

TUHAD-FED: Gefängnis-Politik der AKP noch hinterlistiger als zur Zeit des 12. Septembers
Die Vorsitzende des „Verbandes der Vereinigungen der Rechtshilfe und Solidarität für Familien von Gefangenen“ (TUHAD-FED) Zübeyde Teker nahm gegenüber der Nachrichtenagentur ANF Stellung zu den vermehrten Verlegungen politischer Gefangenen in andere Gefängnisse. Die Verlegungen hätten das Ziel, die Gefangenen zu isolieren. Teker verglich die Gefängnis-Politik der AKP mit der Zeit des faschistischen Militärputsches vom 12. September 1980. Selbst die 121 schwerkranken Gefangenen werden demnach trotz mehrfacher Anträge nicht freigelassen.

ANF, 12.11.2013, ISKU