Gefangene in Osmaniye treten in Hungerstreik

Gefangene in der geschlossenen Vollzugsanstalt Osmaniye T2 haben wegen fortgesetzter Verletzung ihrer Rechte einen unbefristeten Hungerstreik angekündigt.

Naile Topaloğlu erfuhr gestern bei einem Besuch ihres im Gefängnis in Osmaniye inhaftierten Sohnes Abdullah Topaloğlu, dass die Unterdrückung im Gefängnis stark zugenommen habe. Alle Sportaktivitäten seien abgesagt worden, das Essen sei ungenießbar, der Hof sei mit Drahtgittern abgedeckt und die Bücher und Radios der Gefangenen seien beschlagnahmt worden.

Abdullah Topaloğlu berichtete gegenüber seiner Mutter auch, dass es verwundete Gefangene gebe, die vor Abschluss der medizinischen Behandlung ins Gefängnis gebracht worden seien. Naile Topaloğlu erklärte dazu: „Mein Sohn sagt, er wisse nicht, woher diese Verwundeten kommen. Er weiß nur, dass diese Menschen an Armen und Beinen verletzt sind und ohne Behandlung Gefahr laufen, eine Blutvergiftung zu bekommen.“

Misshandlung statt medizinischer Versorgung

Auch andere Gefangene haben laut Naile Topaloğlu einen stark eingeschränkten Zugang zu ärztlicher Versorgung. Die Gefangenen würden weder ins Krankenhaus noch auf die Krankenstation gebracht und es gebe Gefangene, die über ein Jahr auf Zahnbehandlungen warteten. Die tatsächlich ins Krankenhaus eingelieferten Häftlinge würden auf dem Weg dorthin im Fahrzeug misshandelt und ohne Behandlung ins Gefängnis zurückgebracht.

Naile Topaloğlu berichtete weiterhin, dass die Gefangenen am Montag einen unbefristeten, rotierenden Hungerstreik gegen die untragbaren Haftbedingungen beginnen wollen. Ihr Sohn habe ihr mitgeteilt, dass der Hungerstreik fortgesetzt werde, bis sich die Haftbedingungen besserten.

Naile Topaloğlu richtet daher den Appell an die Öffentlichkeit, die Gefangenen nicht allein zu lassen und gegen die Rechtsverletzungen in den Gefängnissen vorzugehen.

ANF, 15.12.2017