Leyla Güvens Zustand weiter verschlechtert

Leyla Güvens Anwältin Gülşen Özbek traf sich gestern mit den Mitgefangenen der inhaftierten Abgeordneten. Nach Angaben der Mitgefangenen verschlechtert sich ihr Zustand zusehends und sie verweigert eine medizinische Behandlung.

Die inhaftierte Abgeordnete der Demokratischen Partei der Völker (HDP), Leyla Güven, befindet sich seit 76 Tagen im Hungerstreik für die Aufhebung der Isolation des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan. Ihrem unbefristeten Hungerstreik haben sich mindestens 250 weitere Gefangene in 59 Gefängnissen in der Türkei angeschlossen. Die im E-Typ-Gefängnis von Diyarbakır inhaftierte Abgeordnete trat am 7. November in den Hungerstreik. Viele Gefangene schlossen sich am 16. Dezember der Aktion an und befinden sich damit im 38. Streiktag. Der bisher von mindestens 250 Gefangenen geführte Hungerstreik weitet sich kontinuierlich aus.

Zustand zu schlecht, um Anwältin zu treffen

Leyla Güven konnte gestern Abend ihre Anwältin Gülşen Özbek nicht treffen. Mitgefangene teilten der Anwältin mit, dass es Leyla Güven sehr schlecht gehe und sie eine medizinische Behandlung ablehne. „Auf Anordnung des Gesundheitsministeriums finden noch häufiger gesundheitliche Kontrollen statt als zuvor. Leyla Güven lässt sich jedoch nicht behandeln. Sie erhält keine Zeitungen, da darin Erklärungen zu ihrem Hungerstreik erschienen sind. Vor dem Gefängnis wurde die Präsenz von Polizisten und Panzerfahrzeugen verstärkt“, so die Rechtsanwältin.

Besuch der Tochter nicht möglich

Güven konnte gestern auch ihre Tochter Sabiha Temizkan nicht zu ihrem wöchentlichen Besuch empfangen. Temizkan erklärte über die sozialen Medien: „Meine Mutter konnte heute zum ersten Mal nicht kommen, um sich mit mir zu treffen. Mir wurde ein Dokument vorgelegt, auf dem ‚Auf eigenen Wunsch nicht am Besuch teilgenommen‘ stand. Meine Mutter! Habt ein Herz! Sie konnte nicht kommen, obwohl sie es wollte. Sie hungert seit 75 Tagen! Lasst Leyla Güven leben, meine Mutter gehört nicht ins Gefängnis, sondern ins Parlament.“

ANF, 22.01.2019
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